Mittwoch, 30. Mai 2012

Karotteneintopf

Normalerweise essen wir Eintöpfe häufiger im Winter, aber so ein Karotteneintopf ist nicht so mächtig, dass man ihn nicht auch im Sommer genießen könnte. Ich koche ihn relativ häufig und meist dann, wenn es schnell gehen soll, denn das Essen ist innerhalb einer halben Stunde fertig - inklusive der Vorbereitung aller Zutaten.

Als Fleischeinlage für den Eintopf verwende ich sehr gern Rindfleisch. Es funktioniert auch mit einem Stück Schweinenacken und früher, als ich immer mal ein Kaninchen von meiner Oma bekommen habe, habe ich auch gern die Knochenreste, die nach dem Zerlegen übrig blieben, ausgekocht und die restlichen Fleischfetzen von den Knochen gelöst. Damit dauert es dann natürlich länger. Am liebsten verwende ich aber Rindfleisch und das wolfe ich vorher zu Hackfleisch, was die Zubereitungszeit insgesamt stark verkürzt.



Für einen besseren Geschmack wolfe ich auch direkt noch eine Zwiebel mit, das erspart mir das Zwiebelhacken. Das Hackfleisch brate ich in einem Topf in Öl (Olive oder etwas geschmacksneutrales wie Sonnenblume) scharf an. Es soll hinterher schön krümelig und braun sein.



Während das Hackfleisch brät, bereite ich die Kartoffeln und Karotten vor. Ich schäle 1kg Karotten und 4 große Kartoffeln.



Da es schnell gehen soll, werden die Karotten einfach in Scheiben geschnitten, das erledigt entweder mein Gemüsehobel oder mein Foodprozessor, wie ich grad drauf bin. Die Kartoffeln schneide ich schnell mit dem Messer in grobe Würfel. Dann kommen die Gemüsestücke zum fertig angebratenen Hackfleisch, werden noch kurz mitgebraten, und alles wird mit Wasser aufgefüllt.



Nun würze ich den Karotteneintopf. Wir mögen es gern recht einfach. Ich nehme ca. 1 EL meiner hausgemachten getrockneten Gemüsebrühe, so kommt durch verschiedenes Suppengemüse wie Sellerie oder Lauch auch noch ein sehr guter Geschmack an den Eintopf. Da die Karotten viel Süße abgeben, verträgt der Eintopf eine Menge Salz, das gebe ich aber erst zu, wenn er eine Weile vor sich hingeköchelt hat.

Meine Geheimzutat, damit die Suppe auch schön frisch schmeckt, ist eine große Menge gehackter Petersilie. Hier bevorzuge ich die glatte. Und auch wenn ich normalerweise sehr gern TK-Kräuter nehme, finde ich, dass hier der Geschmack von frisch gehackter Petersilie am besten passt.



Wenn das Gemüse weich ist, was nicht länger als 15 Minuten dauert, ist es eigentlich schon fertig. Ich schmecke noch mal mit Salz und viel frisch gemahlenem Pfeffer ab und stampfe für ein bisschen Bindung den Eintopf kurz durch. Nicht zu fein, es dürfen schon noch Bröckelchen zu erkennen sein. Dann gehts ab auf den Teller bzw. in mein Schüsselchen (ich liebe Essen aus Schüsselchen). Petersilie großzügig aufstreuen, fertig.

Manch ein Leut bei uns am Tisch, dessen Namen ich nicht nennen mag, begeht gelegentlich die fast unaussprechliche Sünde, sein Essen noch mit Maggi abzuschmecken, aber ich mag das eher nicht so. Ich mag die Kombination der süßen Karotten mit dem frischen Geschmack der Petersilie und der Würze durch die Gemüsebrühe sehr gern. Schnell gemacht und lecker, was will man mehr.

Montag, 28. Mai 2012

Single-Malt-Steak mit Spargel

Dass wir Maltheads sind, weiß mittlerweile sicher jeder, der regelmäßig meine Beiträge liest. Letzte Woche in Schottland, auf einer kleinen Privattour durch die Destillerie Old Pulteney, haben wir mit unserem Tourguide - einem Mitarbeiter der Destillerie, der nur aus Verlegenheit eingesprungen ist - nach einer wirklich sehenswerten Wanderung durch die Anlage, auch über Essen und Trinken im Allgemeinen geschwätzt und festgestellt, dass wir alle Steaks sehr gern mögen. Er mag es am liebsten, wenn das Steak hinterher mit einem Whisky bestrichen wird. Wir trinken zwar gern mal einen Whisky nach einem opulenten Mahl, aber diese Kombination hatten wir noch nicht ausprobiert. Da wir auch in der Whiskyauswahl einer Meinung waren (GlenDronach rockt), haben wir uns vorgenommen, sein Rezept zu probieren. Spargel hatte ich noch von gestern übrig, den gabs ganz normal gegart mit nur etwas Butter als Topping dazu.

Die Ausgangsprodukte waren einmal ein Rumpsteak, ca. 350g, aus Amerika für mich und ein dickes T-Bone vom irischen Weideochsen für Markus.



Die Steaks waren aufgetaut und auf Zimmertemperatur angekommen, nun gings raus an den Grill. Zum Bestreichen hatte Markus einen besonders guten Whisky ausgesucht, darüber könnt Ihr gleich noch genaueres erfahren. Nur kurz soviel, es ist ein 18jähriger Bunnahabhain, eine Einzelfassabfüllung vom unabhängigen Abfüller A.D. Rattray, natürlich ungefärbt, nicht kaltgefiltert und in Fassstärke, einfach so, wie er aus dem Fass kommt direkt in die Flasche. Nur aus guten Basiszutaten kann auch ein gutes Endprodukt entstehen.



Also den guten Whisky in ein Schüsselchen gefüllt (hat ja schon ein wenig wehgetan) und dann die Steaks von beiden Seiten mit dem Malt bestrichen. Anschließend habe ich das Fleisch noch mit grobem Meersalz gewürzt.



Nun gings ab auf die Sizzle-Zone. Markus begann mit seinem T-Bone, weil das deutlich dicker ist und schon allein wegen des Knochens länger benötigt.



Zum Nachziehen hat er es dann in den auf ca. 100° geheizten Grill gelegt.



Dann kam mein Steak an die Reihe. Schön kross gegrillt aber keine schwarzen Stellen. So muss das sein. Beim nächsten Mal schneide ich aber den Fettrand und die darunter liegende Sehne vorher ab, denn mitessen tue ich die eh nicht und es verringert die Gefahr, dass sich das Fett beim Heruntertropfen entzündet.



Nach ca. 20 Minuten hatte mein Steak 55° und Markus lag bei 52°. Passt für uns! Nun wurde das Fleisch noch einmal mit dem Whisky bestrichen, allerdings mit einem frischen Schluck aus der Flasche, weil wir die Kontaminationen vom rohen Fleisch nicht auf dem gegarten Fleisch haben wollten.



Ein herrlicher Anblick, wie ich finde. Der Whisky gibt nun seinen feinen und sehr besonderen Geschmack an das Fleisch ab.



Da der Spargel inzwischen auch soweit war, konnten wir das Fest beginnen lassen. Auf dem Teller habe ich das Fleisch noch mit frisch gemahlenem Pfeffer bestreut. Mehr braucht es nicht.



Die Anschnittbilder zeigen wieder ein perfekt gegartes Steak. Das hat Markus wirklich hervorragend drauf! In keinem Steakhaus schmeckt es mir mehr so gut wie daheim.



Bei meinem Steak kann man noch sehr schön die Marmorierung des Fleisches erkennen. Und auch dieses ist genau in der Garstufe, wie ich es am liebsten mag.



Fazit: Vom Grill gibts für uns nichts besseres als ein richtig gutes Rindersteak und die Variante mit dem Whisky hat uns sehr gut geschmeckt. Der ganz leicht torfige und holzige Geschmack hat den kräftigen Fleischgeschmack ideal abgerundet.

Und da wir zum Wochenendausklang nun noch den Bunnahabhain im Glas genießen, kommen dazu noch ein paar Worte von Markus:

Unser heutiger Whisky ist einer der beiden Bunnahabhains, die ich schon vor einiger Zeit gekauft habe.

Bunnahabhain ist die auf Islay beheimatete Destillerie mit der zur Zeit größten Kapazität. Im Gegensatz zu allen anderen Destillerien auf Islay stellt Bunnahabhain ungetorften Malt-Whisky her (nicht nur, aber hauptsächlich). Die Destillerie gehört seit 2003 der Burn Steward Distillers Ltd., denen außer Bunnahabhain noch Tobermory und Deanston gehört. Also wieder mal einen Destillerie in schottischer Hand, wie wir das so mögen.

Am Port Askaig im Osten von Islay gelegen, ist der nächste Nachbar die Caol Ila Destillerie.

Die Flasche, die wir heute zum würzen und genießen genommen haben, ist von A.D. Rattray, einem unabhängigen Abfüller, der das Fass von Bunnahabhain gekauft und in Eigenregie abgefüllt hat. Sie ist eine Single Cask Abfüllung, in Fassstärke (53,7%), nicht kühlgefiltert und natürlich ungefärbt. Der Whisky ist 18 Jahre alt und reifte in einem 1st Fill Sherry Butt. Dieser Whisky hat einen so starker Charakter, dass ich sogar am Steak schmecken konnte, dass es ein Bunnahabhain ist.

Nun zu den Notes (ich habe, wie immer bei Fassstärke Whiskys, etwas Wasser zugefügt):

Nase: Als erstes viel Sherry dann Mango, Papaya, sehr reife Ananas, Honig und ganz hinten ein wenig Torf. Muss vom Nachbarn Caol Ila rübergeweht sein ;)
Geschmack: Süße Sherrytöne, cremige Schokolade, etwas salzig, auch hier wieder tropische Früchte. Lecker!
Abgang: Leider nur mittellang, pfeffrige, dunkle Schokolade und etwas Holz

Meine Bewertung: Wäre der Abgang länger, würde er an den 90 kratzen. So gibt es gute 87 Punkte. Ein toller Whisky, der zudem mit einem Preis um die € 70 noch erschwinglich ist.

Sonntag, 27. Mai 2012

Geschmorte Kalbsbäckchen in Weißweinsud an Spargelrisotto

Nachdem wir gestern aus dem Urlaub zurückgekommen sind, konnte ich heute nach langen 14 Tagen endlich mal wieder den Kochlöffel schwingen. Wie hab ich das vermisst. Urlaub ist zwar schön, und Urlaub in Schottland ist sogar noch schöner, aber am schönsten ist es zu Hause in der vertrauten Umgebung. Ich hatte mir schon vor dem Urlaub Gedanken gemacht, was ich am Pfingstwochenende kochen würde und hatte neulich in der Metro drei Päckchen Kalbsbäckchen mitgenommen und eingefroren. Die geben ein schönes Pfingstessen ab - so lautete zumindest der Plan, denn ich habe noch nie Backen zubereitet und wusste eigentlich nicht so genau, wie ich sie machen wollte. Als Beilage wollte ich ebenfalls mal was ganz neues ausprobieren, nämlich Risotto. Eigentlich dachten wir, dass wir das nicht so mögen, diesen weichen Reisbrei, aber man kann es ja mal probieren und ich fand, dass das für ein Schmorgericht eine tolle Beilage wäre.

Nun also Kalbsbäckchen. Ich war froh, dass ich 3 Päckchen gekauft hatte. Zusammen waren das 2,3kg, aber ich wollte ja noch einiges übrig behalten.



Als ich das Fleisch aus den Beuteln genommen, gereinigt und getrocknet hatte, stand ich allerdings erst mal wie der Ochs vorm Berg. Lauter Sehnen, Fett und kaum Fleisch und ich hatte anfangs überhaupt keinen Plan, wie ich das sauber verputzen sollte. Die meisten Sehnen konnte ich mehr oder weniger rausoperieren, das anhaftende Fett habe ich fast komplett abgeschnitten und am Ende hatte ich dann zwei etwa gleich große Haufen Fleisch und Abschnitte, die ich heute abend noch zu einem Fond auskochen werde. Dass ich so viel Abschnitte, nicht Abfall, haben würde, hätte ich anfangs nicht gedacht, aber wer kaut schon gern auf Sehnen rum.



Die Zutaten für das Fleisch und später auch das Risotto habe ich bewusst einfach gehalten. Zuerst habe ich die Fleischstücke in heißem Öl rundherum angebraten. Anschließend kamen sie aus dem Gusstopf raus und wurden in einer Schüssel zwischengelagert, wo ich sie auch gesalzen habe.



Nachdem alle Fleischstücke gebraten waren, habe ich grob das restliche Öl aus dem Topf gegossen, ein Stück Butter zerlassen und eine gehackte Zwiebel darin angebraten. In das Bratfett hinein habe ich ca. 1EL Zucker karamellisieren lassen.



Den Karamell habe ich mit Weißwein abgelöscht und damit auch den Bratensatz losgekocht. Dann kam das Fleisch wieder dazu, gut im Topf verteilt und dann ließ ich es mit geschlossenem Deckel ca. 1,5 Stunden schmoren.



Für das Spargelrisotto brauchte ich eine kräftige Spargelbrühe, darum habe ich das getan, was ich sonst nie tue. Die Schalen und die unteren Abschnitte des frischen Spargels vom Bauern nebenan habe ich in Wasser für eine halbe Stunde gekocht. Das Wasser habe ich mit Salz, Zucker und einem Stückchen Büffelbutter gewürzt.



Der Spargelsud hat nun schon schön intensiv nach Spargel geschmeckt. Genau so wollte ich das haben, daher hab ich ihn durch ein Sieb abgegossen und das Wasser in den Topf zurückgegeben. Nun kamen noch die Spargelstücke dazu und wurden 15 Minuten sanft geköchelt. Die Qualität unseres Spargels ist absolut traumhaft. Er war tagesfrisch und kein bisschen bitter, unten hab ich nur ca. 1cm abgeschnitten, weil nichts holzig war. Da musste ich gleich ein paar Stücke zwischendurch probieren.



Die Stücke habe ich, nachdem sie weich waren, mit der Schöpfkelle herausgehoben und fing nun mit dem Risotto an. Ich bin kein Experte für Risotto, ich habs oben schon erwähnt, es war mein allererstes und ich hatte leider auch keinen speziellen Risottoreis bekommen, sondern normalen Milchreis genommen, das kommt dem Risottoreis wohl am nähesten. Also alles in allem kein Grund für besondere Erwartungen. Zuerst wusste ich nicht - waschen oder nicht? Ich hab mich für das Waschen entschieden. Dann hab ich den Reis in Butter angebraten, bis er glasig war.



Nach und nach habe ich nun eine Kelle nach der anderen vom Spargelsud dazugegossen und immer komplett verkochen lassen. Dabei schön gerührt, damit nichts am Topfboden ansetzt.



Nach etwa 30 Minuten war der Reis weich, das Risotto schön schlonzig, wie man so schön sagt, und ich hab nur noch mit etwas Salz nachgewürzt und einen EL flüssige Sahne untergerührt. Dann kamen natürlich noch die Spargelstückchen dazu.

Das Fleisch war in der Zwischenzeit auch schön weich geschmort. Aus dem Topf duftete es herrlich nach Weißweinsoße. Ich hab erst die Fleischstücke aus dem Topf genommen und dann die Soße durch ein Sieb passiert, weil ich keine merkbaren Zwiebelstückchen, sondern eine geschmeidige Soße haben wollte. Ein EL Demi Glace und einen Hauch süßer Sahne haben die Soße dann perfekt abgerundet. Mehr war gar nicht nötig. Also gings rasch ans Anrichten.



Wir sind ja beide nicht die absoluten Fans von Kalbsfleisch, weil es so wenig Eigengeschmack hat. Dazu die viele Arbeit mit dem Putzen des Fleisches. Wenn ich nun sage, dass ich dieses Gericht so jederzeit wieder kochen würde, könnt Ihr Euch sicher vorstellen, wie gut das geschmeckt hat. Das Fleisch war butterzart! Die Soße war ein Traum. Das Risotto war auch klasse. Dieses Gericht bekommt von mir 92 von 100 Punkten (um es mal in Whisky-Sprache auszudrücken).

Zum Nachtisch jetzt noch frische Erdbeeren und 2 Wochen Sandwiches zum Abend sind so gut wie vergessen.

Dienstag, 8. Mai 2012

Sowas wie Spinatquiche

Gestern gab es wieder nur Reste. Passiert mir häufig, dass ich eine Runde durch zwei Gefrierschränke, Kühl- und Küchenschrank drehe und mir alles heraussuche, was irgendwie zusammenpassen könnte. Gestern fand ich Parmigiano, Eier, Pinienkerne, gefrorenen Spinat, Röstzwiebeln, Frischkäse - voila, das passt doch gut zusammen.

Weil Hefeteig ja doch immer ein bisschen Zeit braucht zum Aufgehen, hatte ich den Teig für die Quiche (die keine echte Quiche ist, weil eben Hefe- statt Mürbeteig) schon am Morgen zusammengeknetet. 375g Mehl, 2TL Salz, 1/4 Würfel Hefe, 1/2 Tasse Röstzwiebeln, ein bisschen Öl und Wasser (ca. 250ml, ich habs nicht abgemessen), habe ich in der Küchenmaschine für 10 Minuten ordentlich durchkneten lassen. Diesen Teig habe ich sofort in eine Schüssel mit Deckel gelegt und in den Kühlschrank gestellt. Am Abend, nach der Arbeit, war der Teig schön aufgegangen und konnte direkt weiterverarbeitet werden.



Eine Zwiebel und eine große Knoblauchzehe habe ich in Butter angeschwitzt, bis beides schön goldbraun war.



Dazu kam der aufgetaute und gut abgetropfte Spinat und angeröstete Pinienkerne.



Für den Guß habe ich einen Becher Frischkäse, 1 EL Speisestärke, etwa 200ml Milch und zwei Eier miteinander gemixt und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss gewürzt. Ein bisschen vom Guss und den geriebenen Parmigiano (ein bisschen was aufheben!) habe ich dann mit dem Spinat gemixt und noch mal abgeschmeckt. Diese Spinatmasse kam auf den in eine Springform ausgelegten Teig. Nun habe ich noch von dem Guss so viel drübergegossen, dass der Spinat leicht bedeckt war, aber nicht weggeschwommen ist.



Darüber kam jetzt noch der restliche Parmesan, dann ging die Form in den Ofen.



Ein bisschen Teig hatte ich noch übrig, davon hab ich zwei Brötchen geformt und hinterher gebacken.

Nach 30 Minuten bei 200° war die Quiche fertig.



Innen war sie noch ein bisschen weich, aber das tat dem Geschmack keinen Abbruch. Pinienkerne, Knoblauch, Spinat und Parmesan sind eine wunderbare Kombination. So ganz fleischlos hat uns das richtig gut geschmeckt.



Fusilli mit schneller Tomaten-Bolognese

Dodgeman vom GSV hat mich mal wieder angefixt. Gestern stellte er einen Beitrag mit frisch gemachten Fusilli aus der Pasta Fresca ein. Das erinnerte mich daran, dass ich dieses Gerät ja auch habe, und so beschloss ich, heute nach meinem frühen Feierabend ebenfalls mal wieder Nudeln selbst zu produzieren. Zu den Nudeln gabs eine schnelle Bolognese-Sauce. Nun schließen sich Bolognese und schnell ja eigentlich aus, denn ein echtes Ragu alla Bolognese braucht ein paar Stunden, um richtig schön einzukochen. Aber die schnelle Version von heute schlägt dennoch jedes Tütenessen.

Rasch ein bisschen Rindernacken aus dem Tiefkühler entnommen, antauen lassen und dann durch den Fleischwolf geschickt. Das frische Hackfleisch habe ich dann in meinem tollen Le Creuset Profitopf angebraten. Ich liebe Gusseisen!



Im Kühlschrank hatte ich noch etwas Gemüse gefunden, Karotte und Sellerie, dazu eine Zwiebel und alles fein geschnitten.



Diese Gemüsewürfel habe ich kurz mitgebraten und dann alles mit einer Dose gehackte Tomaten abgelöscht.



Dann kamen noch 3 Dosen Wasser dazu, gewürzt habe ich erst mal mit selbstgemachter getrockneter Gemüsebrühe und habe das Ragout köcheln lassen.

Nun kamen die Nudeln an die Reihe. Für die Pasta Fresca muss der Nudelteig sehr trocken und bröselig sein, damit er nicht verklebt. Wenn er die richtige Konsistenz hat, wird er perfekt durch die Bronzematritzen gepresst.

Ich habe zwei Eier abgewogen (ergab 130g) und genau die doppelte Menge Pastamehl von Barilla dazugegeben. Dazu noch ein bisschen Salz und während des Knetens noch 2 EL Hartweizengrieß. Dann war der Teig gut.



Nun die Kenwood Pasta Fresca zusammengebaut und den Fusilli-Einsatz verwendet.



So schön wie auf diesem Bild sind sie leider nicht alle geworden, manche Stücke haben sich nicht richtig verdreht, aber gerade die letzten waren wirklich sehr schön anzusehen



Das Ragout sah inzwischen schon ganz gut aus, das Wasser war eingekocht und ich habe etwas Milch zugegossen, so ca. 150ml. Diese hab ich noch mit einkochen lassen und dann die Sauce mit Salz, Pfeffer, Oregano und - ganz wichtig - einem TL Zucker abgeschmeckt.



Die Nudeln habe ich kurz in Salzwasser gekocht - frische Pasta benötigt ja deutlich weniger Zeit als getrocknete - dann habe ich das Essen angerichtet. Markus bekam einen großen Pastateller voll und ich liebe einfach meine Schüsselchen



Insgesamt eine Stunde hat mich die Zubereitung dieses Essens nur gekostet. Dafür gibt es ein tolles Nudelgericht aus lauter frischen Zutaten mit intensivem Eigengeschmack, ohne Geschmacksverstärker, ohne Tüten-Einheitsbreigeschmack. Das lohnt sich auf jeden Fall.


Samstag, 5. Mai 2012

PP von der Bentheimer Schulter mit Grießbrötchen

Vor einiger Zeit haben wir Pulled Pork noch immer in unserem Watersmoker zubereitet. Seit wir den Gasgrill haben, wollten wir das auch mal auf diesem Gerät ausprobieren, denn damit ist die Temperaturregelung noch ein bisschen einfacher. Da wir noch von unserem Glücksschwein eine komplette Schulter im Gefrierschrank hatten, haben wir die für dieses Gericht auserkoren.

Die Schulter war ein ordentlicher Brocken. Markus hatte vor dem Einfrieren schon den Knochen ausgelöst, und trotzdem blieben noch 4288g Fleisch übrig und das, nachdem ich die Schwarte schon entfernt hatte. Man hätte das Fleisch zwar auch mit Schwarte garen können, aber wir mögen gern die gewürzte Kruste und die hätte sich dann nicht gebildet, denn die Schwarte kann man nach 24 Stunden auf dem Grill sicher nicht mehr genießen.

Das Fleisch hatte ich mit einer Mischung aus Bone Dust und Butt Rub gewürzt, 24 Stunden in den Kühlschrank gelegt und gestern hat Markus es in den auf 110° vorgeheizten Grill gelegt. Der Gasgrill hält während der nächsten 23 Stunden seine Temperatur beständig zwischen 105° und 108°.

Heute mittag habe ich dann begonnen, die Beilagen zuzubereiten. Als erstes habe ich Brötchen gebacken.

150g Hartweizengrieß werden mit 300ml kochendem Wasser übergossen, dabei muss man den Grießbrei gut umrühren, um Klümpchen zu vermeiden. Unter den heißen Brei werden 2 EL Honig, 2 EL Sahne, 2 EL Butter und 3 TL Salz gerührt.

Nach 10 Minuten gebe ich 900g Mehl und 400ml Wasser, in dem ich einen halben Würfel Hefe eingerührt habe, zum Grießbrei und lasse die Küchenmaschine 10 Minuten lang einen geschmeidigen Teig davon kneten.

Nach einer Stunde Gehzeit hat sich das Teigvolumen ungefähr verdoppelt. Ich teile ihn in 16 Teile a 120g. Nun werden die Brötchen noch rundgewirkt, was bewirkt, dass die Brötchen im Ofen dann auch sehr gut in die Höhe gehen. Aus dem Teigling forme ich ein etwas eckig aussehendes Brötchen. Nachdem alle Brötchen geformt sind, dürfen sie noch mal 30 Minuten gehen, danach besprühe ich sie mit reichlich Wasser und bestreue sie mit etwas Grieß. Sie kommen nun für 20 Minuten in den auf 220° vorgeheizten Ofen. Und so sehen sie nach dem Backen aus.



Neben den Brötchen habe ich auch noch eine Senfsauce zubereitet. Ich habe mich an ein Rezept von Cruiser angelehnt, ich wollte mal eine neue Sauce ausprobieren.

180g Senf (Bautzner), 120g Honig, 1 EL Rohrzucker, 35ml Weißweinessig, frisch gemahlener Pfeffer, eine ordentliche Prise Cayennepfeffer, 1 TL getrockneter Rosmarin, 1 TL Sojasauce, 1 EL Tomatenmark und 2 EL Butter wurden bei geringer Hitze geschmeidig gerührt, dann habe ich die Sauce noch einmal aufgekocht und in eine Spritzflasche abgefüllt.

Das Fleisch lässt sich unterdessen auf dem Grill Zeit. Heute morgen hatte es 78° und 86° (an zwei verschiedenen Stellen gemessen), am Abend, nach 23 Stunden auf dem Grill, erst 85° und 90°. Das war uns aber genug. Der Fleischbrocken wurde in Jehova eingepackt und durfte noch eine halbe Stunde in einer Wärmebox ausruhen.



Nach der halben Stunde ging es in einen GN Edelstahlbehälter und erst mal ab auf die Waage. Noch 2599g sind übrig, das Fleisch hat also gewaltige 1,7kg verloren. Ein Großteil davon ist vermutlich von dem dicken Fettdeckel, den das Fleisch vorher hatte.



Nun ging es ans Pullen. Wie vermutet waren die Fleischfasern vom Schulterfleisch teilweise viel länger als von stark durchwachsenen Nacken. Trotzdem war noch genügend Fett übrig, dass das Fleisch nicht trocken war. Geschmacklich war es eines unserer besten PPs.











Nun ging es an den Zusammenbau des Brötchens. Das hat übrigens eine schöne Krume und ist außen etwas fester als die normalen Buns, die ich sonst immer backe.



Zum Brötchen und der Senfsauce hatte ich noch einen Krautsalat (Coleslaw von Popp - der schmeckt uns sehr gut) und Röstzwiebeln bereitgestellt und damit nun das Brötchen zusammengebaut.



Und jetzt weiß ich auch wieder, warum wir PP so lieben. Das Fleisch ist weich, saftig und würzig, und zusammen mit dem süßen Coleslaw und der scharf-säuerlichen Senfsauce ist es ein Gedicht.

Übrigens haben wir für dieses PP eine frische Flasche Gas drangehängt, die genau nach dem Reinigen des Grills leer war. 5kg Gas in 24 Stunden!